Über mich
Mein Name ist Sabrina Wieprich. Ich habe nach der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung geleistet und anschließend eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Dies legte den Grundstein für ein nie endendes Engagement im sozialen Bereich. Die Arbeit mit Menschen und ihnen in herausfordernden Situationen zur Seite zu stehen, ist eine meiner großen Leidenschaften im Leben.
Im Anschluss an die Ausbildung arbeitete ich einige Jahre in der stationären Jugendhilfe und beschloss, meine berufliche Qualifikation zu erweitern. Ich absolvierte daraufhin sehr erfolgreich 2019 den Bachelor Soziale Arbeit/Sozialpädagogik. Mein Ziel war immer, meinen Beruf mit meiner zweiten Leidenschaft zu verbinden: Tiergestütztes Arbeiten.
Ich beschloss daraufhin, mich entsprechend zu qualifizieren und bin seit einiger Zeit Tiergestützte Fachkraft (ISAAT-akkreditiert).
Neben der Arbeit mit Menschen und der tiergestützten Intervention, schlägt noch ein weiteres Herz in meiner Brust: die Arbeit mit Pferden und ihren Menschen!
Als ich ein kleines Mädchen war, entfachte die Leidenschaft für diese wunderschönen Geschöpfe. Mein Pferd Charlie legte dann den Grundstein für alles, was folgen sollte. Charlie wurde 7-jährig für den örtlichen Reitverein gekauft. Sehr schnell zeichnete sich ab, dass er nicht für diese anspruchsvolle Aufgabe gemacht ist.
Zwei Jahre war er im Einsatz als Schulpferd. Diese zwei Jahre haben seine Psyche derartig geschädigt, dass er ein starkes Trauma davontrug. Er hat alle Menschen gebissen und nach ihnen getreten, er hat sich die oberen Schneidezähne weggekoppt, bekam regelmäßig Koliken und baute auch körperlich immer mehr ab. Ich habe als Reitschülerin in diesem Verein seine Leidensgeschichte verfolgt und war vom ersten Moment an, als er einzog, verliebt in dieses wunderbare Wesen. Als zwei Jahre später dann klar war, dass er mit diesem Verhalten nicht mehr tragbar ist, beschloss der Reitverein, ihn zum Schlachter zu verkaufen, da er äußert aggressiv, gleichzeitig aber auch unfassbar sensibel war. Es ging ihm sehr schlecht und niemand wollte ihn habe.
So kaufte meine Familie ihn und sein zweites Leben begann. Ich komme nicht aus einer Pferdefamilie und war mit meinem Hobby doch eher die Außenseiterin. Dennoch investierte ich alles, was mir zur Verfügung stand mit meinen gerade mal 14 Jahren, um Charlie im wahrsten Sinne des Wortes zu retten und ihm eine zweite Chance und ein neues Leben zu schenken. Ich habe mir unfassbar viel Wissen aneignen müssen, da sich zu dieser Zeit niemand mit traumatisierten und aggressiven Pferden auskannte. So habe ich sehr viel Zeit, Tränen, Schweiß und unendlich viel Liebe in dieses Tier investiert, um das Trauma zu lösen. Ich konnte ihm das schönste Leben ermöglichen, dass er verdient hat. Er wurde 32 Jahre alt. Und hätte er nicht diesen bösartigen Hautkrebs entwickelt, wäre er vermutlich 40 geworden.
Bis zu seinem letzten Tag war er voller Lebensfreude und Mut. Er zeigte mir, dass Vertrauen die Basis für Beziehung ist, dass Verständnis und Kommunikation die Schlüssel sind und es immer von Bedeutung ist, hinzusehen, nachzufragen und nicht aufzugeben. Es ist wichtig, an den anderen zu glauben, auch wenn der Weg manchmal lang und holprig ist. Der Einsatz lohnt sich – immer!
Ich wurde älter und beschloss, mein Hobby zum Beruf zu machen. 2014 absolvierte ich dann meinen Trainer C Reiten (DOSB-lizensiert). Ich träumte von einer Karriere als Reittherapeutin. Dazu kam es aber nicht, wie ihr in den oberen Abschnitten gelesen habt. In den letzten Jahren hatte ich aber immer mal wieder Korrekturpferde. Ziel war er sehr häufig, dass sich die Pferdemenschen eine harmonische und vertrauensvolle Beziehung zu ihrem Pferd wünschten. Konkreter wollten sie mit ihren Pferden alleine den Hof verlassen können, ein ruhiges Pferd am Putzplatz haben, dass nicht nur nach seinen Freunden wiehert sowie eine genauere Kommunikation in der Bodenarbeit, egal ob am Knotenhalfter, an der Longe oder in der Freiarbeit. Ich habe zudem immer wieder Fortbildungen im Rahmen meiner Trainerlizenz besucht, habe diverse Workshops und Online-Kurse gemacht und konnte so über die Jahre meinen eigenen Stil in der Arbeit mit Pferden definieren. Wichtig ist mir immer, dass der Umgang und das Training mit dem Pferd wertschätzend, artgerecht und bedürfnisorientiert abläuft.